Helmut Alfons Schlegel OFM

Geboren wurde ich 1943 in Riedlingen / Donau. Meine Kindheit habe ich auf dem Land in Oberschwaben verbracht – zusammen mit meinen Eltern, die einen Bauernhof bewirtschafteten, und mit meinen drei Geschwistern. Schon recht früh wuchs in mir eine Sympathie für Franz von Assisi und die Franziskaner, in deren Internaten in Riedlingen und Rottweil ich meine gymnasiale Schulzeit verbrachte. Nach eingehender Prüfung entschied ich mich dann, in den Orden einzutreten. Das Studium der Philosophie und Theologie in Sigmaringen / Donau, Fulda und München bereitete mich auf die Priesterweihe im Jahre 1969 vor. Danach kam ich zum Einsatz in der Gemeinde- und Jugendpastoral in Wiesbaden und an anderen Orten. Eine schwere Krankheit zwang mich, ein neues Arbeitsfeld zu suchen, das ich in der spirituellen Erwachsenenbildung und der geistlichen Begleitung von Einzelnen und Gruppen fand. Berufsbegleitende Ausbildungen zum Meditations- und Exerzitienleiter sowie in sinnorientierter Psychologie (Logotherapie) gaben mir das Rüstzeug für eine vielfältige Seminar- und Begleitungstätigkeit – vor allem als Leiter des Franziskanischen Zentrums für Stille und Begegnung in Hofheim am Taunus von 1988 bis 1998. Durch die Wahl zum Provinzial der Ordensprovinz wurde der Leitungsdienst in der Gemeinschaft mit all seinen Facetten eine neue Herausforderung. Dazu gehörten Personalbegleitung, Gremienarbeit, Umgang mit Organisationsstrukturen, internationale Kontakte u.a. Im Jahr 2007 bekam ich die Chance, zusammen mit einem Team ein neues Experiment zu starten: Das Bistum Limburg eröffnete „Heilig Kreuz – Zentrum für christliche Meditation und Spiritualität“ in Frankfurt-Bornheim. Fast 12 Jahre lang habe ich die Leitung dieses Teams wahrgenommen. Seit 2019 lebe und arbeite ich ganz im Franziskanischen Zentrum für Stille und Begegnung (Exerzitienhaus) in Hofheim am Taunus. Mit viel Zeit für Dinge, die mir persönlich wichtig sind (Kultur, Lesen, schreiben..) kann ich Seminare leiten und Menschen auf ihrem spirituellen Weg begleiten.

 

Hier drei meiner Psalmenlieder aus EINE HANDBREIT BEI DIR, 2019, Dehm Verlag Limburg

Zu dir hin geht mein Sehnen - Nach Psalm 134    https://youtu.be/_7YoAaS087o

Zu dir hin geht mein Sehnen, du lockst mich in dein Haus. Ich hebe meine Hände, schau über mich hinaus. Hineh baraku et Adonai - sei gepriesen, lebendiger Gott.

Ich öffne Mund und Lippen und sing mein schönstes Lied, ihr Menschenkinder alle: stimmt ein, singt fröhlich mit. Hineh baraku et Adonai. Sei gepriesen, lebendiger Gott.

Du, der die Welt gemacht hat, und der auch mich erfand: Lass deinen Segen fließen auf uns und jedes Land, Hineh baraku et Adonai. Sei gepriesen, lebendiger Gott.

Text: Helmut Schlegel, Mujsik_Peter Reulein 

 

Du ewiges Sein - Nach Psalm 17      https://www.youtube.com/watch?v=_DdnbSXvNpI

Du ewiges Sein, ich finde mich ein, dein Antlitz zu schauen und dir zu vertrauen. Was mein ist, wird dein, was dein ist, wird mein.

Du ewiges Sein, ich finde mich ein, dein Atmen zu spüren, dein Herz zu berühren. Was mein ist, wird dein, was dein ist, wird mein.

Du ewiges Sein, ich finde mich ein, bei dir zu verweilen, mein Leben zu teilen. Was mein ist, wird dein, was dein ist, wird mein.

Du ewiges Sein, ich finde mich ein; lass mich von dir führen zu himmlischen Türen. Was mein ist, wird dein, was dein ist, wird mein.

Du ewiges Sein, ich finde mich ein, in göttlicher Fülle, die Sehnsucht zu stillen. Was mein ist, wird dein, was dein ist, wird mein.

Text: Helmut Schlegel, Musik: Thomas Gabriel 

 

Die Jahre stehn mir im Gesicht - Nach Psalm 71     https://www.youtube.com/watch?v=_Q2LFUBR5lc

Die Jahre stehn mir im Gesicht. Zu sehn ist das Leben, das mir war gegeben: war schön und geglückt und war auch verrückt,  ganz herrliche Tage und manchmal auch Plage. Und du, Gott, du bist es, der leis zu mir spricht: Fürchte dich nicht!

Die Jahre stehn mir im Gesicht. Ich mach schon am Morgen mir riesige Sorgen, hab Ängste im Herzen und leide an Schmerzen. Es ist nicht bequem, ich freu mich trotzdem. Und du, Gott, du bist es, der leis zu mir spricht: Fürchte dich nicht!

Die Jahre stehn mir im Gesicht. Soll ich mich nun grämen? Des Alters mich schämen? Nein, ich bin ganz stolz: zum Hausbau das Holz, zum Festmahl der Wein muss auch älter sein. Und du, Gott, du bist es, der leis zu mir spricht: Fürchte dich nicht!

Die Jahre stehn mir im Gesicht. Trotz allem: ich staune und hab gute Laune, Das Leben ist schön mit Tiefen und Höhn. vom Himmel ein Hauch - und der freut sich auch. Und du, Gott, du bist es, der leis zu mir spricht: Fürchte dich nicht!  

Die Jahre stehn mir im Gesicht. Wie ich es auch wende, die Zeit geht zu Ende. In deiner Hand steht, wie lang es noch geht. Dann steh ich vor dir an himmlischer Tür. Und du, Gott, du bist‘s, der dann laut zu mir spricht: Fürchte dich nicht!

Auszüge aus dem Oratorium LAUDATO SI - EIN FRANZISKANISCHES MAGNIFICAT - Bild 4 Das Leben feiert Aufstand

https://www.youtube.com/watch?v=prfdAcbG-Ps

Maria   Am ersten Tag der neuen Woche, am dritten Tag nach seinem Sterben, zur Stunde, als die Sonne aufging, da stürzte Gott die Macht der Mächte, den Tod samt allen Todeskräften, von ihrem hohen Thron zu Boden.

Engel  Der Stein des Grabes brach in Stücke; die Diener, die den Tod verwalten, sie flohen angstvoll vor dem Licht. Nun brach sie an, die Zeit der Freude, zu sprechen trauten sich die Stummen, die Fesseln brachen glatt entzwei.

Maria  Die Niedrigen erhoben sich, sie feierten des Lebens Aufstand, die Auferstehung des Gesalbten, des Menschensohns, der Menschentochter, all derer, die dem Lamme folgen, die Gott und nicht dem Mammon dienen.

Schola  Suscepit Israel puerum suum, recordatus misericordiae suae. Er nimmt sich seines Knechtes Israel an und denkt an sein Erbarmen, (Lk 1, 54)

Kinderchor + Chor - African song: call and response - Halleluja, halleluja!    Misericordiae vultus Patris est Christus Iesus. Halleluja! Qui Eum videt, videt Patrem.Jesus Christus ist das Antlitz der Barmherzigkeit des Vaters.Wer Ihn sieht, sieht den Vater (Papst Franziskus, MV)

Chor: Der Menschensohn sich nannte, trägt Gottes Angesicht. Der unser Schicksal teilte, sich hingab und uns heilte – Christus ist Weg und Licht.

Kinderchor    Die Erde, unsre Mutter, trägt Gottes Angesicht. Dass wir ihr Elend wenden: es liegt in unsren Händen – Christus ist Weg und Licht. Halleluja!

Soli  Der heimatlose Flüchtling trägt Gottes Angesicht. Wer öffnet Haus und Türen? Wer lässt ihn Wärme spüren? – Christus ist Weg und Licht.

Chor    Wer an mir schuldig wurde, trägt Gottes Angesicht. Kann ich die Schuld erlassen? Ihn achten statt ihn hassen? – Christus ist Weg und Licht. Halleluja!

Alle    Wer immer mir begegnet, trägt Gottes Angesicht. Wir werden auferstehen, ins neue Leben gehen – Christus ist Weg und Licht. Halleluja!

Text: Helmut Schlegel, Musik: Peter Reulein